Daniel Röhm
„Musik beginnt für mich dort, wo Worte nicht mehr ausreichen“, sagt Daniel Röhm über seine Beziehung zum Klavier. „Mich interessiert nicht die perfekte Oberfläche, sondern das, was sich dahinter verbirgt. Die Widersprüche, die Sehnsüchte, die Fragen, auf die wir vielleicht niemals eine endgültige Antwort finden.“
Der Pianist, der nach internationalen Wettbewerbserfolgen und einer langjährigen Professur in Norwegen heute die Röhm Akademie Stuttgart leitet, betrachtet Musik nicht als Demonstration technischer Meisterschaft, sondern als eine zutiefst menschliche Form der Verständigung. Für ihn liegt die eigentliche Kraft der Musik gerade in dem, was sich jeder eindeutigen Erklärung entzieht.
„Ein großer Komponist gibt uns keine Antworten. Er stellt Fragen, die uns ein Leben lang begleiten können.“ Diese Haltung prägt Röhms Auseinandersetzung mit den Werken von Schubert, Beethoven und Chopin. Zwischen existenzieller Dramatik und äußerster Zartheit sucht er nach jenen Augenblicken, in denen Musik mehr erzählt, als ihre Noten zunächst vermuten lassen.
Als Solist konzertierte er unter anderem mit der Staatskapelle Weimar, den Stuttgarter Philharmonikern und dem Shanghai Philharmonic Orchestra. Seine Einspielung der späten Schubert-Sonaten wurde mit dem „Supersonic Award“ ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen und internationale Bühnen sind für Röhm nicht das eigentliche Maß künstlerischer Bedeutung.
„Vielleicht besteht die größte Herausforderung für einen Musiker darin, sich selbst nicht wichtiger zu nehmen als die Musik. Man muss den Mut haben, etwas von sich preiszugeben, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.“
Was ihn antreibt, ist die Suche nach Wahrhaftigkeit – und die Überzeugung, dass große Musik uns nicht nur etwas über ihre Schöpfer erzählt, sondern immer auch über uns selbst.